Marktübersicht Rasierer

Nassrasierer

Bei den Nassrasierern kämpfen mehrere Hersteller um die Gunst des empfindlichen Kunden. Obwohl Philips ein extrem umfangreiches Programm an Rasurartikeln offeriert, gebührt die Krone der größten Vielfalt bei Nassrasierern den Herstellern Gillette und Wilkinson. Die Philipsprodukte sind als Zubehör für die Elektrorasierer zu verstehen.
Gillette bietet derzeit die Modelle Fusion, Mach 3 Turbo, M3 Power und Sensor 3 an. Es werden unterschiedliche Pakete mit Ersatzklingen bereitgehalten. Der Gillette Fusion kostet bei einem Standardpaket mit 4 Rasierklingen rund 15 Euro. Die Fusion Power Stealth Version ist nur geringfügig teurer und nutzt die Kraft eines kleinen batteriebetriebenen Motors für minimale Impulse, die die Rasurleistung verbessern. Mit seinem 3-Klingensystem kostet der Mach 3 rund zehn Euro. Beim M3 Power wirbt Gillette mit der glattesten Oberfläche der Klingen. Wie der Fusion Stealth, so stellt sich auch der M3 als micro-angetriebener Nassrasierer dar. Je nach Packungsgröße (Ersatzklingen) liegen die Preise bei 16 bis 26 Euro.
Der größte Konkurrent des Marktführers Gillette ist Wilkinson. Die Modelle heißen dort zum Beispiel Quattro Titanium oder Xtreme 3 Comfort Plus. Die Preise beim Quattro Titanium beginnen bei gut zehn Euro. Der Wilkinson Xtreme ist dagegen bereits für deutlich weniger als zehn Euro zu haben. Beim Xtreme 3 Comfort Plus handelt es sich um einen Einwegrasierer, bei dem ein Set mit vier bis sechs Rasierern rund sechs Euro kostet.
Auch andere Firmen bieten die so genannten Manual Rasierer an. Firmen wie Gold Dachs oder Becker greifen dabei auf die Erfahrung von Gillette zurück und verbauen das Mach 3 System. Gold Dachs liefert auch einen Rasierhobel als klassischen Rasierapparat. Der Preis liegt mit rund 25 Euro deutlich über den Systemrasierern von Wilkinson oder Gillette, allerdings können die einfachen und preiswerten Rasiermesser verwendet werden. Becker dagegen legt Wert auf formschöne Instrumente und liefert in der gehobenen Klasse.

Trockenrasierer

Braun bietet eine Reihe von Elektrorasierern mit der beweglichen Scherfolie. Dazu gehören die Series 1, Series 3, Series 5, Series 7, die cruZer-Reihe (Rasierer, Styler und Trimmer für den Ganzkörperbereich in einem) und der PocketGo. Letzterer ist vor allem für den mobilen Einsatz gedacht und lässt sich zum Beispiel komplett unter fließendem Wasser reinigen.
Bei den Series hilft Braun selbst im Herstellerportal durch eine umfangreiche Übersicht bei der Auswahl. Die Series 1 gilt als Standardgerät und überzeugt mit dem schlanken Präzisions-Scherkopf, der typisch für die Braun-Elektro-Rasierer ist. Bei der Series 3 ist die Ausstattung um das Clean&Renew System (automatisches Warten und Reinigen sowie Wiederaufladen des Gerätes), das 3-Fach Schersystem mit dem so genannten Integralschneider, der es erlaubt, längere Barthaare stufig abzuschneiden, um die Präzisions-Komfort-Klingen, die das Rasieren in einem Schritt ermöglichen und damit die Belastung der Haut (bei Rasierern spricht man gern von Hautirritationen) verringern, sowie um Power Comb erweitert. Bei Power Comb werden feinste oszillierende Bewegung genutzt, um Barthaare und Stoppeln vor der Rasur aufzurichten. Ausschließlich bei der Series 3 kommt das Triple Action FreeFloat System zum Einsatz. Die Series 5 und 7 verfügen darüber hinaus auch noch über den flexiblen Scherkopf, der sich besser den Gesichtskonturen anpasst, über das SenseoFlex-System, das die Anpassung an die unterschiedlichen Gesichtsformen noch mal verbessert sowie über die innovative Schalltechnologie. Sage und schreibe zehntausend Mikrovibrationen sorgen für eine noch gründlichere Reinigung. Der technische Entwicklungsaufwand belegt ebenso wie medizinische Forschungsergebnisse, dass die Fähigkeit der gründlichen Reinigung nicht nur eine Frage des Komforts ist. Auch mit einfachen Rasierern kann man eine glatte Haut erzeugen, allerdings ist es dafür oft notwendig, wieder und wieder über die Bartstoppel zu fahren, ggf. sogar die Haut mit den Fingern zu straffen, um das Rasurergebnis zu verbessern. Je öfter rasiert wird, je länger der Rasurvorgang dauert, desto belastender ist die Rasur für die Haut. Vor allem bei empfindlicher Haut kann daher die Investition in modernste Rasiertechnik sinnvoll sein.
Braun Pocket-Rasierer vom Typ P40 oder P60 sind schon für deutlich unter 30 Euro zu haben. Der P70 ist spürbar teurer. Die Preise der Series 1 beginnen etwas oberhalb von 30 Euro. Topmodell der Series 1 ist der 190er für rund 75 Euro. Die cruZer-Serie beginnt knapp unterhalb von 60 Euro mit dem Braun cruZer 2. Ein Series 3 340 wird für rund 65 Euro feilgeboten. Mit der Series 3 werden auch Akkurasierer angeboten. Der Einstieg in die gehobene Klasse der Series 5 beginnt bei 125Euro. Brauns Spitzenklasse Series 7 geht schon über die 200er Marke hinweg. Die Preise der unterschiedlichen Baureihen überschneiden sich je nach Ausstattung und Zubehör zum Teil erheblich. Die Marktübersicht wird allerdings auch dadurch erschwert, dass auch bei Elektrorasierern die Zyklen (Bauzeit eines Geräts, bis ein Nachfolger kommt) immer kürzer werden und zu dem noch zahlreiche ältere Produkte im Handel sind, die bei Braun selbst nicht mehr im aktuellen Programm aufgeführt werden.

Die 1936 gegründete, innovative Firma Remington (1937 erster elektrischer Trockenrasierer, 1940 erstmalig zwei Scherköpfe, 1941 drei Scherköpfe inklusive Langhaarschneider, 1960 erster Akkurasierer) gehört seit 2003 zum amerikanischen Konzern Spectrum Brands, dessen Name seit 2005 auch für die Elektrorasierer Verwendung findet. Der Vertrieb erfolgt über Varta.
Das aktuelle Programm umfasst eine Reihe von unterschiedlichen Rasierern, die oberflächlich betrachtet eine Mischung aus dem Programm von Braun und Philips sein könnte.
Beim FF500 Titanium 360 handelt es sich um einen Rasierer, dessen zwei mit Titan beschichtete Folien frei beweglich sind. Der R6310 Diamond 360 nutzt drei Scherköpfe, die einzeln aufgehängt sind und sich somit perfekt jeder Kontur anpassen. Dies gilt auch für die Modelle R5130 Titanium 360 und R4130 Comfort 360. Der Folienrasierer X110 Solofoil ist ein 2-in-1-Trimmer. Beim R91 DualTrack sind zwei frei bewegliche Scherköpfe verbaut. Das Remington-Programm umfasst des Weiteren Haarschneidegeräte sowie Damenrasierer und Epilierer. Zu den Haarschneidern gehören zum Beispiel die Geräte der HC-Serie, die Bartschneider MB320C, MB42C und MB200C, die Kombi-Trimmer und Detailrasierer der PG-Reihe, die Hygiene Clipper für die Entfernung lästiger Haare in den Bereichen Augenbrauen, Ohren und Nase sowie die Body Hair Trimmer BHT1000 bis BHT4000, die die Körperpflege von Kopf bis Fuß optimieren. Damenrasierer und Epilierer finden sich in den Modellreihen EP, WSF, BKT und WPG. Weitere Geräte sind zum Teil für den professionellen Einsatz konzipiert.
Allem Anschein zufolge sind bei der Kundschaft vor allem die Geräte mit drei flexiblen Scherköpfen beliebt. Der DualTrack Typ 91 eröffnet die Preisskala bereits unter 25 Euro. Für einen Drei-Scherkopf-Rasierer vom Typ R3130 sind knapp 35 Euro zu bezahlen. Die Topgeräte der genannten Serien liegen bei etwas über 100 Euro.

Die niederländische Firma Philips wurde 1891 gegründet und begann mit der Herstellung von Glühlampen. Im weiteren Verlauf ließ Philips kaum ein Produkt aus, das man mit Strom betreiben kann: Fernseher, Haushaltsgeräte, Hifi-Geräte, Computer-Bausteine usw. Philips war für viele Entwicklungen verantwortlich, etwa die Compact-Cassette und die CD. 1939 brachte man den Philishave auf den Markt.
Dass Philips nach wie vor nicht mit innovativen Entwicklungen geizt, belegen die Elektrorasierer-Serien arcitec (RQ) und Nivea For Men (HS). Dabei wird der Scherkopf mit drei rotierenden Schneidern praktisch außerhalb des eigentlichen Gerätes verbaut und ist an der Verbindungsstelle gelagert. Damit kann sich der Scherkopf wirklich allen Gesichtsformen und -partien anpassen, zum Beispiel am Hals. Die arcitec Reihe beginnt beim RQ1050, der aktuell nicht mehr im Programm ist, und reicht bis zum RQ1095. Die Preise starten bei knapp 200 Euro und erreichen bei den Topmodellen 350 Euro. Die Nivea For Men – Reihe umfasst die Typen HS8020, HS 8040 und HS8060. Die Preise bewegen sich im Bereich 150 bis 170 Euro. Weitere Modelle gehören den HQ-Serien an. Vornehmlich ist hier die 8200 Series (130 bis 220 Euro) und 7300er Modelle (80 bis 140 Euro) zu nennen. Den Einstieg machen die 6000er, die bei rund 60 Euro beginnen. Wichtige Entscheidungshilfen sind auch im Philipsprogramm die Ausstattungsmerkmale. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf den Aspekten Wiederaufladbar, Kabellos, Wasserdicht, JetClean System und Personal Comfort Control. Die Verkaufszahlen und der Beliebtheitsgrad einzelner Geräte belegen, dass Philips-Kunden gern in neue Technologien investieren und bereit sind, für die tägliche Pflege ihrer Kinnpartie auch etwas mehr Geld auszugeben. Die etwas futuristisch anmutende Arcitec-Reihe hat sich zweifelsohne etabliert.

Andere Hersteller

Wenn man die Firma Panasonic hier unter „andere Rasierer“ aufführt, wird man ihrer Marktbedeutung nicht ganz gerecht. Programmvielfalt und Verkaufszahlen positionieren sie knapp hinter den drei bereits genannten Firmen. Stand der Entwicklung bei Panasonics Elektrorasierern ist der Pro-Curve-Scherkopf, der sich mit seinen bogenförmigen Scherfolien flexibel an die Konturen anpasst. Bautechnisch sind die Panasonics mit den Schwingkopfrasierern von Braun verwandt. Allerdings sind bei Panasonic alle Trockenrasierer auch für die Nassrasur geeignet. Die Preisskala beginnt bei rund 50 Euro und endet bei rund 300 Euro, was den hohen Qualitätsanspruch der Panasonicgeräte belegt. Zum Panasonic-Programm gehörten auch eine Reihe von Haarschneidern, Epilierern und Ladyshavern.
Dass Panasonic fürs Handy einen Klingelton zum Downloaden anbietet, der das Geräusch eines Elektrorasierers imitiert, erscheint vielleicht lächerlich, weist aber auch den Weg in die richtige Richtung: Der kleine elektronische Alleskönner für unterwegs, der neben telefonieren, Internet-surfen, spielen, Musik-hören, Video-schauen und fotografieren auch noch rasieren und wer weiß was noch alles beherrscht.

Weitere Rasierer, Haarschneider, Epilierer und Ladyshaver werden zum Beispiel von Rowenta, Grundig und Carrera angeboten. Diverse No-Name-Produkte überschwemmen seit Jahren den Markt, sind aber aufgrund ihrer qualitativen Eigenschaften nicht wirklich eine ernstzunehmende Konkurrenz, sofern ein Rasierer regelmäßig benötigt wird. Hier verhält sich die Angelegenheit ähnlich wie bei Werkzeug. Wer nur gelegentlich eine bestimmte Zange benötigt, kann in der Regel auf ein teures Produkt verzichten. Wer täglich mit dieser Zange umgeht, greift zu einem höherwertigen Produkt. Ansonsten sind verzögerte Arbeitsabläufe bis hin zu erhöhter Verletzungsgefahr die Folge. Dann wurde am falschen Ende gespart




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