
Trockenrasur
Trockenrasierer sind - auch wenn die Industrie uns anderes weismachen will - im weitesten Sinne Haarschneider. Allerdings erreichen sie eine Rasurqualität, die – zumindest für einige Stunden – den Eindruck erwecken kann, als seien die Bartstoppeln vollständig entfernt worden. Zur Qualität der Rasur führte die Stiftung Warentest laut Heft 12/1982 einen interessanten Test durch. Als Probanden standen Elektrorasierer zu Preisen von 50 bis 175 DM an. Männer rasierten sich mit dem jeweiligen Gerät und vier Stunden später wurde noch einmal nass mit Klinge rasiert. Die dabei noch abrasierbaren Bartstoppeln wurden gewogen. Das „Bartgut“ erreichte bei den besseren Elektrorasierern ein Gewicht von 40 bis 45 mg, schlechtere Rasierer hinterließen gar 50 mg. Die Unterschiede waren zwar messbar, drückten sich allerdings in Noten zwischen gut und sehr gut aus.
Ein solcher Test kann natürlich nur dann relevante Ergebnisse erzeugen, wenn derselbe Mann an aufeinander folgenden Tagen verschiedene Rasierer benutzt. Denn das Wachstum der Barthaare ist individuell verschieden und hängt manchmal sogar von der Tagesform ab. Manch einer, der sich nicht mehr rasiert, hat nach drei Wochen wieder einen Vollbart, andere brauchen Monate dazu.
Die wichtigste Voraussetzung für die Entwicklung moderner Trockenrasierer war die Nutzung des elektrischen Stroms in kleinen Geräten. Kleinste Motoren rotieren im Rasierer, um die Scherblätter in Bewegung zu versetzen.
Auch die entscheidende Weiterentwicklung der letzten Jahrzehnte hat mit Strom zu tun. Die Mobilität hat auch bei Rasierern eine große Bedeutung. Dabei geht es nicht nur um Rasierer für unterwegs. Auch vor dem heimischen Spiegel sind Akku-Geräte mit Ladestation inzwischen Standard.
Entwicklung der Trockenrasierer

Angefangen hat die Nutzung von Trockenrasierern mit Geräten, die per mechanischem Motor, der aufgezogen werden konnte, ihre Arbeit verrichteten. Erst in den 1930er Jahren konnten entsprechend kleine Elektromotoren verbaut werden. Den ersten handlichen Rasierer dieser Art brachte die Firma Remington 1937 auf den Markt. Das System mit oszillierendem Scherkopf geht auf Jacob Schick (1878-1937) zurück.
Bereits zwei Jahre später brachte Philips das rotierende 3-Klingen-Schersystem (Philishave) auf den Markt, das vom Grundprinzip her bis heute Markenzeichen des niederländischen Herstellers ist.
Als dritter großer Hersteller ist Braun zu nennen, der in den 1960er Jahren von Gillette als Ergänzung zum Angebot der Nassrasierer übernommen wurde, was den Niedergang anderer Sparten von Braun zur Folge hatte (z.B. Hifi-Elektronik). Zum Rasierersortiment des deutschen Herstellers gehören die Scherfolienrasierer, Epiliergeräte, der Lady Shaver sowie Haarschneider.